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Artikel Motorradfahren Peenemünde 2008

Das erste Mal tut‘s immer weh…

…war jedenfalls eine meiner Befürchtungen zum Fahren auf einer Rennstrecke mit dem eigenen Motorrad. Nervosität und Anspannung steigerten sich dann auch ins unermessliche bis ich dann das erste mal auf die Strecke durfte, aber lieber von Anfang an…

Nach reiflicher Überlegung oder vielleicht besser starker Überzeugungsarbeit von seitens der lieben Mey’s hat es sich dann doch ergeben, dass ich mich kurzfristig noch am Mittwochabend bei Ilona meldete und damit neben der Anmeldung für eine Menge Stress einer Fahrradfahrerin, eines Campingverleihs und für mich selbst sorgte. Schließlich braucht man fürs Campen dann doch zumindest ein Zelt. Also ab zum Kaufhof und schnell noch die nötigen Utensilien besorgt um am Freitagmittag noch schnell alles zu netten Menschen zu bringen die dafür sorgen das man nicht mit 10kg Zelt, Schlafsack und Isomatte auf dem Moped sitzen muss.

Die eigene Anreise von Rostock aus zeigte sich dann auch von der interessanteren Seite, wobei aber wieder mal nicht die vorher in Akribie herausgearbeitete Route mit den meisten und schönsten Kurven eingehalten wurden und Motorrad und Fahrer kategorisch die richtigen Abzweige ignorierten und somit leichte Umwege zum muss wurden. Vielleicht kann man ja hier – vorausgesetzt ich bin nicht der einzige dem es so geht – im nächsten Jahr einen Kurs „navigieren“ oder „Weg finden“ mit einbauen könnte in den Trainingsablauf.

Endlich Angekommen war ich trotz meiner Umwege noch weit vor dem Rest der mir bekannten Rostocker vor Ort und konnte mir so schon mal ein Bild von den Gegebenheiten, dem Museumsteil in Peenemünde, der Kartbahn und einiger Urgesteine des PMV machen. Selber wenn man noch nie vorher auf der Strecke war gibt es dann doch sofort Menschen die einem einschlägige Geschichten erzählen von Menschen und Leuten und der Strecke, so das sich umgehend ein Gefühl von Vertrautheit einstellt als würde man eine guten alten Freund besuchen. Muss wohl, dachte ich mir war dann aber doch ganz glücklich als dann endlich immer mehr mir bekannte Gesichter inklusive meines Gepäcks eintrudelten. Nach ein wenig Wohnwagenmikado war dann auch schnell ein Plätzchen für mein neues Zelt gefunden und das erste Bierchen geöffnet und der Grill angeschmissen. Im Verlauf des Abends wurden dann Bekanntschaften gefestigt neue Menschen kennen gelernt wie üblich in steigender Bierlaune! Die ersten Geschichten über Verrückte auf der Strecke oder ungewöhnliche Ereignisse neben selbiger sorgten dann für jeden der diese zum ersten mal hört und auch noch nie vorher eine Rennstrecke von „innen“ gesehen hat, also mich blutigen Anfänger, schon ein wenig für ein mulmiges Gefühl. Trotz allem gab ich furchtlos aber zitternd meine Anmeldegebühr ab und bekam dafür einen Aufkleber und einen kleinen Feigling, beides im ersten Moment nicht Befriedigend aber irgendwie beruhigend, wohl auch weil beides dafür sorgte das ich nun nicht mehr weg konnte selbst wenn ich noch gewollte hätte. Nach ein paar mehr Rennweisheiten, Gesprächen, Bierchen und auch dem einen oder anderem Feigling schaffte ich es ins Zelt um mich dann am nächsten Morgen frisch und ausgeruht ins Getümmel zu stürzen.

Das konnte ich dann auch endlich, ja so langsam war auch ich gespannt auf meine ersten Runden, denn es ging los. Dank Micha waren meine ersten Gehversuche durch die Kurven dann auch mehr als nur ein Stolpern, wobei sich der ungeübte Anfänger dann doch schon darüber wundert, dass man mit einer Hand am Lenker durch die Kurven kommt und dabei noch die Leute hinter sich beobachten kann. Auch im nächsten Turn mit Andy konnte dieses Phänomen wieder beobachtet werden. Aber für alle die blutigen Anfänger wie mich keine Sorge, die Beiden haben im nach hinein sehr viel erklärt und gaben viele gute Tipps und nützliche Hinweise um schnell mehr Sicherheit auf dem Motorrad zu gewinnen. Natürlich wurde auch die Geschwindigkeit in den Kurven gesteigert was zum einen oder anderen Mal ein grinsen unter dem Helm zauberte und bei mir das Vertrauen in die Möglichkeiten meines Motorrades definitiv steigerte. Nur vielleicht als kleiner Tipp fürs nächste mal, es kann ja nicht immer alles Sonnenschein sein, die vorhergehenden Einweisungen für die Anfänger müssen die denn von der Fahrzeit abgehen?

Den Nachmittag verbrachten wir dann schön sauber nach Farben Sortiert wieder zurück in der Fahrschule, jedenfalls waren es, wenn mich meine Erinnerung nicht täuschte, die schon damals so geliebten Figuren/Fahrübungen die mich das eine oder andere mal zur puren Verzweiflung brachten. Auch der eine oder andere Instrukteur konnte seine Nähe zu Fahrschulen einfach nicht Leugnen und setzte den Prüfling somit noch stärker unter Druck wodurch dann doch mal ein paar Übungen nicht so locker von Hand ging wie ich es eigentlich gedacht hätte. Aber im Großen und Ganzen war es sehr interessant auch mal wieder die eigenen Grenzen und die des Motorrades bei langsamer Fahrt oder beim Bremsen zu erfahren. Schließlich sind wir dann ja auch alle wieder ohne größere Blessuren aus dem rechts außen liegenden Infield herausgekommen oder um beim ursprünglichen Tonfall zu bleiben entlassen worden und niemand, soweit ich es weiß, musste seinen Führerschein abgeben oder hätte die „Prüfung“ nicht bestanden.

Den Rest des verbliebenen Nachmittages durfte sich dann in Ruhe auf dem Kurs ausgetobt werden, was die meisten meiner Farbkollegen auch sofort und ausgiebig nutzten. Da ich durch einen kleinen Farbwechsel allerdings erst am Nachmittag in diese Tober-Gruppe gesteckt worden bin war ich dann heil froh, dass Maik mich bei der Hand nahm und durch den Kurs führte. Nachdem er sich dann, wohl weil er keine Lust mehr hatte so langsam fahren zu müssen, auf der Strecke sehr schnell nach vorne verabschiedete war es nun an mir selber einen eigenen Rhythmus herauszuarbeiten und die Kurven von Peenemündes Rennkurs unter die Reifen zu bekommen und meine oben geäußerten Befürchtungen zu widerlegen. Leider passierte mir aber in der ersten Runde nach Maiks verschwinden in der Spitzkehre ein kleines Fahrerisches Malheur welches zu einem, wie gesagt ich bin Anfänger, beängstigen Kontakt meiner Fußraste mit dem Bodenbelag führte. Gut andere werden jetzt lachen und sagen das passiert mir dauernd aber beim ersten mal ist es schon Komisch und hat mir jedenfalls erst mal ganz schnell die Lust genommen mich weiter an den wohl erreichten Grenzbereich meiner selbst heranzutasten. Ich glaube auch Klaus hätte mich sowieso heruntergeholt da wie sollte es auch anders sein seinen wachsamen Augen /Ohren meine fahrerische Glanzleistung nicht entgangen ist.

Ach ja zu Maik´s Lustlosigkeit, wie sich herausstellte (manchmal sollte man auch zuhören wenn man was gesagt bekommt anm.d.Schreibers) wollte er sich selbstverständlich wieder hinter mir einsortieren um damit meinen Fahrstiel besser begutachten zu können. Leider blieb ihm dieses Vergnügen allerdings fürs erste erspart.

Zwar dauerte es einen keinen Moment allerdings traf ich dann doch noch die Entscheidung mich zu einer zweiten Runde aufzumachen. Während dieser durfte ich nun mein Können ungeführt und selbständig zur Schau tragen was mir eigentlich auch recht gut gelungen sein sollte. Irgendwie bekam ich aber das beklemmende Gefühl nicht weg das ich den anderen Fahrern leicht im Weg stand oder herumfuhr. Nachdem mich dann durch die zweite oder dritte Umrundung durch die gleiche Person, leicht der Mut verließ und auch die Druckpunktwanderung meiner Bremsanlage nicht mehr durch das verstellen meiner Hebel ausgeglichen werden konnte bin ich dann wieder runter und habe mich stolz wie Oskar an mein Moped gelehnt und meine Reifen bestaunt.

Bei den ersten Bierchen danach fühlte ich mich dann auch schon nicht mehr so ganz als Anfänger und versuchte in den ersten auftretenden Fachdiskussionen am Grill erfolgreich nicht mehr ganz so blöd dreinzuschauen und den einen oder anderen Beitrag einzubringen. Wie das so mit dem blöd dreinschauen aussieht sollten die Bilder zeigen aber die Grenzen meines beschränkten Wissens wurden mir dann doch das eine oder andere Mal den Abend vorgeführt, wobei ich immer noch glaube nicht immer daneben gelegen zu haben theoretisch jedenfalls. Bei bestehendem Interesse dafür sind die Links unten mit in meinem Beitrag.

Leider verpasste ich dann den rechtzeitigen Absprung was zu leicht erhöhtem Blutdruck am nächsten Morgen und nicht enden wollendem Dahinsiechen führte. Aber so ist es nun mal nichts ist schwieriger zu bekommen als Restalkohol. Auf jeden Fall fiel für mich die morgendliche Runde 100%ig ins Wasser und auch die Aussicht auf den Nachmittag stimmte mich nicht wirklich glücklicher. Als Resümee hieraus kann ich definitiv ziehen das ich das nächste Mal nicht so sehr der Bierlaune verfallen werde, sollte, dürfte…

Ach wie auch immer – Quatsch es war ein toller Abend und das Rahmenprogramm am Sonntag mit Grillen und MotoGP Schauen war auch toll organisiert und schließlich blieb mir ja auch noch der Weg nach Hause der sich fahrerisch vom Hinweg abhob was mich dann erfreute und mir das schöne Gefühl gab das dieses Wochenende in Peenemünde nicht nur ein Treffen mit vielen interessanten Menschen war sonder auch für meine fahrerischen Fähigkeiten etwas gebracht hat.

Was bleibt sind nur noch ein paar kleine Danke und zwar an:

Anja für die allerschönsten Sonntagnachmittag Kopfschmerzen

Gernot für seine unnachgiebigen und immer wiederkehrenden Reden um einen kleinen Feigling zu überzeugen.

Maik für unglaubliche Geduld bei der Beantwortung unglaublich blöden Fragen.

An das gesamte Mey´s Team für die Hilfe, Unterstützung und Beratung. Versprochen das nächste Mal ist meine Vorbereitung besser…

Alle für die interessanten und anregenden Diskussionen zur Fahrtechniken und Technik von Motorräder, Schräglagen, Reifen, und und und…

Ilona für die Möglichkeit diesen Artikel zu verfassen.

Ich freue mich schon aufs nächste Jahr. Euer Bastian

Quellen:

http://www.bikersjournal.de/news/test-technik/ansicht/datum/2004/12/01/der-unrunde-kreis-des-thomas-ihle.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Kammscher_Kreis